"Eli" versilbert Mehrkampf

Datum: 08.04.11

Sensation im Turn-Team Deutschland: Nach der Goldmedaille von Philipp Boy zieht ihm Elisabeth Seitz nach und erturnte sich heute Abend im Finale der besten 24 die Silbermedaille.

Die Deutsche Meisterin turnte ihren hervorragenden Wettkampf in olympischer Reihenfolge. Am Sprung gelang ihr mit einem perfekt gelandeten Yurchenko mit 2,0 Schrauben ein super Auftakt des Mehrkampfs. Mehrere Tausend Zuschauer feuerten die Mannheimerin lautstark an, das Kampfgericht belohnte sie mit 14.625 Punkten.

Anschließend wechselte der deutsche Publikumsliebling an ihr Spezialgerät, den Stufenbarren. Wie in der Qualifikation hatte Elisabeth Seitz keinerlei Probleme bei Def, Hindorff und Jägersalto. Nach einer kleinen Unsicherheit im Handstand, stellte sie den Tsukahara Abgang wieder sicher in den Stand. 14.725 Punkte und lautstarker Applaus der Zuschauer brachten die 17-Jährige zum Strahlen.

Leider musste die Titelfavoritin Aliya Mustafina gleich zu Beginn einen schweren Schlag hinnehmen. Am ersten Gerät, dem Sprung, landete die Russin unglücklich und verletzte sich am Knie. Für ihren Amanar, eine Radwende auf den Tisch mit 2,5 gestreckten Schrauben, erhielt sie dennoch den höchsten Wert der ersten Rotation: 15.375 Punkte. Die Weltmeisterin konnte ihren Wettkampf aber nicht mehr zu Ende turnen.

Nach dem zweiten Gerät übernahm ihre Teamkollegin Anna Dementyeva  die Führung in der Gesamtwertung. Die 16-jährige Russin zeigte auf dem Schwebebalken eine Radwende mit Strecksalto und als Abgang die Dreifachschraube für sehr gute 15.250 Punkte. Mit viel Applaus würdigten die vielen Turnfans ihre exzellente Leistung.

Auch zur Bodenmusik von Diana Chelaru aus Rumänien klatschte das Publikum begeistert mit. Tsukahara, Dreifachschraube und Doppelsalti brachten ihr 14.550 Zähler. Ihren Yurchenko mit 2,0 Schrauben brachte sie am Sprung sicher in den Stand – 14.350 Punkte.  Amelia Racea, ihre 16-jährige Landsmännin, zeigte auch deutlich bessere Übungen als in der Qualifikation und konnte vor allem am Balken mit schwierigen Elementen überzeugen für 14.550 Punkte.

Nun musste sich Elisabeth Seitz auf dem Zitterbalken beweisen. Einige Wackler kosteten das eine oder andere Zehntelchen, insgesamt standen nach dem Doppelbücksalto als Abgang 13.625 Punkte auf der Anzeige. Damit setzte sich die Mannheimerin nach drei Geräten mit 42.975 Punkten an die zweite Stelle der Gesamtwertung. Nur die Russin Dementyeva konnte sie mit schwierigen Akrobahnen und eleganter Choreographie am Boden für 14.475 Zählern um knapp einen Punkt überbieten. Diana Chelaru aus Rumänien lag mit 42.350 Zählern auf dem dritten Platz.

Tosender Applaus und Anfeuerungsrufe übertönten fast die Musik der deutschen Medaillenhoffnung am letzten Gerät, dem Boden. Gebückter Tsukahara, Doppelsalto gebückt und gehockt – alles passte perfekt! 13.725 Punkte werteten die Kampfrichter. Sichtlich erleichtert und glücklich freute sich Elisabeth Seitz in den Armen ihrer Trainerin Claudia Schunk über 56.700 Punkte im Mehrkampf. Damit gewann sie zur großen Freude des Publikums nach einem spannenden Finalwettkampf die Silbermedaille im Mehrkampf!
Zum Schluss zeigte die Russin Anna Dementyeva einen guten Yurchenko mit einer Schraube, der ihr 13.600 Zähler einbrachte. In der Mehrkampfwertung erhielt sie insgesamt 57.475 Punkte und damit die Goldmedaille!

Auch die Rumänin Chelaru machte ihre Sache am Schwebebalken sehr gut. Mit 13.975 kam sie in der Gesamtwertung auf 56.325 Punkte und platzierte sich damit hinter Elisabeth Seitz zunächst auf dem dritten Rang. Nach einem sehr guten Sprung wurde sie noch von ihrer Teamkollegin Amelia Racea verdrängt, die mit insgesamt 56.600 Punkten die Bronzemedaille gewann!

Elisabeth Seitz zeigte nach einem spannenden Mehrkampffinale überglücklich: "Ich habe schon viel trainiert. Meine Übungen waren ziemlich sicher, aber ich war mir nie bewusst, dass es so gut werden konnte. Jetzt bin ich einfach nur überwältigt. Es ist wie ein Traum."