Interview mit Gianfranco Marzolla

Datum: 02.02.11

Gianfranco Marzolla (ITA) ist Präsident des Technischen Komitees Männer der UEG. Am letzten Januar-Wochenende dieses Jahres tagte sein TK in Berlin, es erfolgte die Auslosung der Startgeräte und Subdivisions, und die UEG-Repräsentanten hatten Gelegenheit, sich mit der EM-Veranstaltungsstätte und den Bedingungen vor Ort vertraut zu machen.

Herr Marzolla, nach einigen Tagen in Berlin - welche Eindrücke haben Sie vom Stand der EM-Vorbereitung?

Im Moment kann ich sagen, dass alle Vorbereitungen für mich sehr gut aussehen. Ich habe jahrelang Veranstaltungen in Deutschland erlebt und immer gute Arbeit vorgefunden. Die Leute hier sind stets sehr engagiert bei der Sache, das gefällt mir. Und ich habe hier in den letzten Tagen eine ganz besonders engagierte Atmosphäre im OK erlebt - das ist sehr wichtig!
Wir vom TK gehen davon aus, dass wir in Berlin eine EM auf hohem sportlichem Niveau präsentieren.

Was macht Sie als TK-Chef hinsichtlich der EM jetzt schon zufrieden?

Hier gibt es verschiedene Aspekte: Zuerst sind die 39 teilnehmenden Nationen ein großer Erfolg und als Zweites sind es die organisatorischen Dinge. Die TKs haben die notwendigen Vorbereitungen gut erledigt, das generelle Programm steht. Es gibt vor allem technische Aspekte, die wir gut vorbereiten müssen.

Welche Bedeutung hat die EM in Berlin aus sportlicher Sicht?

Nach den letzten Olympischen Spielen ging es für das europäische Turnen leistungsmäßig bergab. Im Hinblick auf London 2012 muss in Berlin wieder gut durchgestartet werden. Bei den WM in Rotterdam 2010 waren schon gute Platzierungen zu sehen, die Hoffnungen machen auf eine gute Perspektive. Mit den Olympiaqualifikationen bei den Weltmeisterschaften im Oktober 2011 in Tokio wird sich Europa sicher auch positiv präsentieren und zeigen, dass die Leistungen wieder nach oben gehen.

Wie ordnen Sie die deutschen Turnerinnen und Turner ein?

Allein die Teilnehmerzahl von Berlin zeigt, dass Europa sehr gut aufgestellt ist im Bereich des Turnens, das gilt auch für das deutsche Turnen. Die deutsche Mannschaft hat sich 2010 in Rotterdam gut präsentiert mit insgesamt sehr guten Ergebnissen. Deutsche Turnerinnen und Turner haben nun den Vorteil, dass sie sich im eigenen Land vorbereiten können.

Wer sind Ihre Titel-Favoriten bei den Frauen, bei den Männern?

Es ist ein Einzelwettkampf, da kann ich keine Prognosen abgeben. Von Jahr zu Jahr gibt es große Unterschiede an einigen Geräten und sehr viele gute Turnerinnen und Turner. Der Punkteabstand ist oft so gering - was natürlich auch ein gutes Zeichen ist!

Wenn Sie für die EM Werbung machen müssten, was würden Sie sagen?


Es locken natürlich die sportlichen Aspekte nach Berlin. Hier kann man ein weltweit hohes Niveau bei den teilnehmenden Turnerinnen und Turnern vorfinden. Und dann ist da natürlich noch die wunderbare Stadt Berlin. Seit 30 Jahren bin ich überall auf der Welt unterwegs - jetzt zum ersten Mal hier. Berlin ist rundum so attraktiv, eine tolle Metropole! Da muss man einfach herkommen!