Medientag mit EM-Startern

Datum: 01.04.11

Am 30. März, wenige Tage vor dem Start der Turn-EM Berlin 2011, präsentierten sich die deutschen Turnerinnen und Turner bei einem Medientag im Bundesleistungszentrum Kienbaum den Pressevertretern.

v. l. n r.: Philipp Boy, Andreas Hirsch, Robert Weber, Thomas Taranu

Den Auftakt machte der Turn-EM OK-Chef Frank Ebel und lieferte Wissenswertes zum momentanen Stand der Vorbereitungen. So erklärte Frank Ebel vor den reichlich erschienenen Journalisten, dass die beiden Schlusstage mit den Einzelfinals ausverkauft seien und dass es lediglich noch vereinzelt Stehplatzkarten gäbe, was auch mit Einschränkungen für den Freitag (Mehrkampf-Entscheidung) gilt. An diesem Tag wird übrigens die Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Schmeling-Halle die 280 Teilnehmer aus 39 Nationen begrüßen.

Im Anschluss daran äußerten sich Cheftrainerin Ulla Koch und ihre EM-Nominierten zu den Zielen. Für die Mannheimerin Elisabeth Seitz, die sich schon sehr auf die Heim-EM freut, steht momentan noch die Optimierung ihrer Übungen im Mittelpunkt. "Ich sehe mich auch als Mehrkämpferin und möchte mich nicht nur auf den Barren festlegen", lautete ihre Antwort auf die Frage nach den Chancen am Stufenbarren. Ulla Koch gab sich erstaunlich entspannt und optimistisch und begründete diese Haltung wie folgt: "Das Beste, was Deutschland zu bieten hat, wird dabei sein. Alle vier Turnerinnen sind stabile Wettkämpferinnen, so dass ich mir eigentlich keine Sorgen zu machen brauche." Sie lobte außerdem die hervorragenden Bedingungen im Berliner Leistungszentrum Hohenschönhausen, wo sich der gesamte EM-Kader (ohne Chusovitina) auf die Wettkämpfe vorbereitet. Chusovitina bereitet sich derzeit in Köln vor und trainiert dort auch ihre usbekische Mannschaft. Laut Aussagen von Koch ist sie in sehr guter Form, sodass es sein könne, dass sie sich an drei Geräten vorstellen wird. In jedem Fall turne sie an Sprung und Balken und entscheide im Laufe des Wettkampfes, ob sie auch Boden turne.

Nun war es an den Männern des Turn-Team Deutschland, die mit allen EM-Teilnehmern erschienen, sich zu ihren Vorbereitungen im Bundesleistungszentrum Kienbaum zu äußern. Hier im Trainingslager in Kienbaum fiel auch die Entscheidung für  Jens Milbradt-Schützling, Brian Gladow. Der 23-jährige Berliner und deutsche Vize-Meister wird bei den Turn-Europameisterschaften vom 4. bis 10. April in seiner Heimstadt dreimal an den Start gehen, zuerst am Barren, dann am Reck, seinem Lieblingsgerät, und schließlich noch am Boden. "Ich freue mich riesig darauf. Damit geht ein langgehegter Traum in Erfüllung, nachdem ich bei der WM in Stuttgart nur Ersatzmann war und anschließend wegen einer Schulter-Operation fast anderthalb Jahre ausfiel. Nachdem feststand, dass sowohl Fabian Hambüchen als auch Matthias Fahrig in der Max-Schmeling-Halle fehlen würden, sah ich meine große Chance. Doch das soll nur der erste Schritt sein. Ich will mich auch für die WM und Olympia qualifizieren."

Die gleiche Zielsetzung hat Philipp Boy aus Cottbus, der Berlin als seine Lieblingsstadt bezeichnet und als Vizeweltmeister im Mehrkampf sicherlich zu den Favoriten zählt. Dennoch warnt Bundestrainer Andreas Hirsch: "Leider können wir uns für die guten Leistungen in der Vergangenheit nichts kaufen, sondern müssen, wie alle anderen, bei null anfangen. Deshalb kann ich auch keine Medaillen garantieren, wohl aber versprechen, dass jeder sein Bestes geben wird, wobei uns das Publikum sicherlich helfen dürfte. Wären wir beim Fußball, würde ich vom zwölften Mann sprechen."

Bildquelle:
© Hansjürgen Wille