Oksana wird Vize-Europameisterin

Datum: 09.04.11

Die Männer-Europameister an Boden und Pauschenpferd stehen fest. Bei den Frauen ist die Sprungentscheidung gefallen: Oksana Chusovitina erturnt sich am Sprung Silber und sichert Deutschland damit die dritte Medaille.

Fünf Finalentscheidungen verfolgten über 6100 begeisterte Turnfans am ersten Tag der Einzelfinals. Die Besten der Besten turnten heute an Boden, Pauschenpferd und Ringen bei den Männern sowie Sprung und Stufenbarren bei den Frauen um Bronze, Silber und Gold.

Anton Golotsutskov aus Russland legte gleich zu Beginn im Boden-Finale mit einem Doppelstrecksalto mit Doppelschraube eine Höchstschwierigkeit aufs Parkett. 15.325 Punkte waren seine Wertung, damit sicherte sich der 26-Jährige die gleiche Medaille wie bei den Olympischen Spielen in Peking - Bronze!

Der deutsche Publikumsliebling Philipp Boy durfte sich nach seinem gestrigen, grandiosen Mehrkampf am Boden erneut beweisen. Nach 2,5 Schrauben rückwärts in Kombination mit einer ganzen Schraube vorwärts trat der Cottbuser beinahe aus der Fläche. Für seine eleganten Kreisflanken erntete Boy besonders lauten Zwischenapplaus. Die  Dreifachschraube in der Abgangsbahn stellte er dann leider nicht mehr auf die Füße. Mit 14.275 Punkten landete der frisch gebackene Europameister im Mehrkampf auf dem achten Rang.

Alexander Shatilov aus Israel überbot zunächst alle anderen Turner mit einer Wertung von 15.400 Punkten. Letztlich holte der 24-jährige Bodenspezialist damit die Silbermedaille, denn Vize-Europameister Flavius Koczi präsentierte eine absolute Spitzenübung. Nach einer kleinen Unsicherheit in der vorletzten Bahn stellte der Rumäne die Dreifachschraube zum Schluss nochmal absolut kontrolliert in den sicheren Stand. Er freute sich sichtlich über die höchste Wertung dieses Finals - 15.500 Punkte. Und natürlich über die verdiente Goldmedaille!

Dritte Medaille für Deutschland – Chusovitina holt Silber am Sprungtisch

Ohne Unterbrechung ging es mit Weltklasseleistungen am Sprung weiter. Als erste Starterin trat die fünffache Olympiateilnehmerin Oksana Chusovitina an. Die 35-Jährige machte ihre Sache weitaus besser als in der Qualifikation und landete ihren ersten Sprung, einen Überschlag mit gestrecktem Vorwärtssalto und 1,5 Schrauben, mit einem kleinen Schritt im sicheren Stand für gute 14.800 Punkte. Auch der Tsukahara mit 1,5 Schrauben gelang sehr gut. Trotz eines Hüpfers bei der Landung erhielt sie 14.275 Zähler vom Kampfgericht und viel Applaus vom Publikum. Sie freute sich sichtlich über insgesamt 14.537 Punkte. Die komplett gefüllte Max-Schmeling-Halle feierte Chusovitinas Silber-Medaille lautstark!

Die Erstplatzierte nach der Qualifikation, Giulia Steingruber aus der Schweiz, patzte leider beim Überschlag mit gestrecktem Vorwärtssalto und 1,5 Schrauben und musste auf die Matte fassen. Der zweite Sprung gelang problemlos - 14.000 Punkte reichten insgesamt aber nur für den sechsten Platz. Laute Anfeuerungsrufe und rhythmisches Klatschen begleiteten auch den starken Auftritt von Elisabeth Seitz. Mit 14.675 Punkten wurde die neue Vize-Europameisterin für ihren ausgezeichneten Yurchenko mit Doppelschraube belohnt. 13.700 Zähler für den zweiten Sprung, einen Überschlag Vorwärtssalto mit halber Drehung, brachten die Mannheimerin insgesamt in einem sehr starken Teilnehmerfeld auf den fünften Rang.

Absolute Perfektion erlebten die Zuschauer Dank der Rumänin Sandra Izbasa. Yurchenko mit Doppelschraube als ersten und Radwende halbe Drehung, Strecksalto mit halber Schraube als zweiten Sprung zeigte die 20jährige Olympiasiegerin. Insgesamt 14.675 Punkte hoben die Rumänin auf den ersten Platz.  BERLINO, das offizielle Maskottchen der EM, gratulierte der Goldmedaillengewinnerin nach diesem fantastischen Finale!

Als vorletzte Starterin drängte die Sprungspezialistin Ariella Kaeslin noch in die Medaillenränge. 14.950 Punkte für den ersten Sprung und 14.000 Punkte für einen etwas unsicher gelandeten Yurchenko mit Doppelschraube brachten sie mit insgesamt 14.475 Zählern auf den dritten Platz.

Anschließend richtete sich die gesamte Aufmerksamkeit ganz auf das Pauschenpferd. Der Gerätspezialist Krisztian Berki legte mit einer ausgezeichneten Übung die Messlatte für die folgenden Turner sehr hoch. 15.625 Zähler waren zu überbieten. Sebastian Krimmer kam gut durch sein Programm und außer einer kleinen Unsicherheit beim Abgang erlaubte sich der 20jährige keine Fehler. 14.325 Punkte standen auf der Anzeige und damit belegte er den fünften Platz.

Aber weder Harutyum Merdinyan aus Armenien, noch der Franzose Cyril Tommasone konnten den 26jährigen Ungarn Berki die Goldmedaille streitig machen. Merdinyan holte mit 14.950 Zählern die Bronzemedaille, Tommasone konnte sich mit 15.050 Punkten über Silber freuen!

Zweimal erklang die rumänische, einmal die ungarische Nationalhymne nach den ersten drei Finalgeräten. Aber auch Deutschland kann sich über die Silbermedaille am Sprung freuen!