Gerätfinals | 09.04.2011

Daniel Purvis (GBR) am Boden

"Ich habe mein Bestes gegeben, für eine Medaille hat es leider nicht gereicht. Aber das Publikum war großartig und hat mich toll gepusht."

Kristian Thomas (GBR) am Boden

"Ich habe aus meiner Sicht eine gute Leistung abgeliefert. Aber die Vorbereitung lief auch schon klasse."

Flavius Koczi (ROU) am Boden

"Gestern war ich schon traurig, dass es mit dem Mehrkampftitel nicht geklappt hatte, aber Freunde haben mich mit vielen SMS und lieben Anrufen aufgeheitert. Jetzt bin ich sehr glücklich, dass es doch noch mit Gold geklappt hat."

Sandra Izbasa (ROU) am Sprung

"Ich bin bisher sehr zufrieden und freue mich über meinen Titel. Ich fühle mich hier sehr wohl. Morgen trete ich am Boden an, da werden wir dann sehen, ob ein zweites Mal Gold herauskommt."

Ariella Käslin (SUI) am Sprung

"Ich bin zufrieden mit dem 3. Platz. Zwar bin ich einerseits schon traurig, da ich zweimal die Qualifikation angeführt habe und in den Finals diese Leistungen nicht bestätigen konnte, aber andererseits bin ich unglaublich müde und fühle mich nicht fit. Mein dritter Platz heute war eine mentale Leistung. Wenn ich wieder auf der Höhe bin und wieder richtig trainieren kann, ist auch wieder mehr drin."

Giulia Steingruber (SUI) am Sprung

"Heute morgen hatte ich mich gut gefühlt, hatte auch super geschlafen und war positiv gestimmt für den Wettkampf. Aber der Absprung bei meinem ersten Sprung hat sich schon nicht optimal angefühlt. Klar bin ich jetzt enttäuscht, ich hatte mich gefreut im Finale zu stehen und dann hatte ich bei der Qualifikation auch noch geführt und dann dieser Sturz, der alles versaut hat. Natürlich hatte ich mir mehr erhofft. Aber ich hatte auch den Sturz von Alija Mustafina live gesehen und das hat mich schon berührt. Man versucht dann das zu verdrängen und sich ganz auf die eigene Leistung zu konzentrieren."

Louis Smith (GBR) am Pauschenpferd

"Hier ist ein tolles Publikum, das ist klasse. Ich hab leider ein paar dumme Fehler gemacht, aber es war meine beste Übung und es ist schon toll hier zu sein. Eine EM ist schon ein großes Event."

Cyril Tommasone (FRA) am Pauschenpferd

"Es war nicht einfach und ich war noch gestresst von gestern. Ich stand innerlich so unter Druck. Ich bin zufrieden mit meinem zweiten Platz und gut ist. Beim Abgang hab ich doch etwas mit den Armen gerudert, um das Gleichgewicht zu halten. Während dem Wettkampf hatte ich Rückenschmerzen und es war echt hart heute. Das Pauschenpferd ist wie der Schwebebalken bei den Frauen, es erfordert Gleichgewicht und Präzision. Ich trainiere sehr hart und meine kleine Tochter hat mich doch motiviert, heute alles zu geben."

Danny Pinheiro-Rodriguez (FRA) an den Ringen

"Ich bin enttäuscht wegen meinem 5. Platz, aber nicht über meine Übung. Ich habe alles richtig gemacht, ich verstehe die Kampfrichter nicht."

Pierre Yves Beny (FRA) an den Ringen

"Ich kann die Enttäuschung von Danny verstehen. Man hat soviel harte Arbeit investiert und eine gute Übung präsentiert und bekommt eine andere Punktzahl als erhofft. Ich hab eigentlich gute Laune und wir sehen uns morgen wieder im nächsten Finale."

Fabian Hambüchen

"Ich traue Philipp Boy eine super Leistung zu und wünsche ihm viel Glück fürs Reckfinale. Ich finde es klasse, dass er den Mehrkampftitel geholt hat und dieser so in Deutschland geblieben ist. Wir sind alle gut befreundet innerhalb der Mannschaft, ich arbeite an meinem Wiedereinstieg und dann sind wir alle wieder zusammen. Die Wettkämpfe liefen bisher alle nahezu optimal und ich freue mich, dass hier die Frauen auch mal in den Vordergrund treten. Das ist super für den DTB."

Mehrkampffinale Männer | 08.04.2011

Elisabeth Seitz (GER) Vize-Europameisterin

Elisabeth, Sie sind nun Vize-Europameisterin im Mehrkampf. Was bedeutet das für sie?
"Das ist einfach Wahnsinn! Ich muss erst einmal realisieren, was heute passiert ist. Ich war zwar in der Quali Vierte, habe aber nicht richtig daran geglaubt, dass es reichen würde. Von den Männern ist man solche Ergebnisse ja schon gewohnt und wir Frauen versuchen eben immer, ein paar kleine Ausrufezeichen zu setzen. Ich glaube, heute ist mir ein großes Ausrufezeichen gelungen!"

Sie haben sich heute Morgen am Finger verletzt. Wie kam es dazu und wie sind sie im Wettkampf damit zurechtgekommen?
"Ich habe heute Morgen nur lockere Gymnastik am Balken gemacht und bin dann beim Rondat mit dem Finger frontal auf den Balken gekommen. Das sah erst mal echt ekelig aus. Dann kam der Arzt und hat ihn wieder eingekugelt. Das war natürlich erst mal eine Schrecksekunde, besonders auch für meine Trainerin. Im Wettkampf habe ich dann kaum mehr daran gedacht, da ist man auch einfach auf andere Dinge konzentriert."

Haben Sie den Sprung, der zu Alija Mustafinas Verletzung am Knie geführt habe, gesehen?
"Alija war am Sprung vor mir dran. Ich habe den Sprung gesehen, aber mich natürlich nicht auf ihr Knie konzentriert. Weiter konnte ich es dann nicht verfolgen, weil ich selbst turnen musste. Es tut mir aber wirklich sehr Leid für sie. Ich bewundere sie, weil mir ihre Art zu Turnen einfach gefällt. Ich hoffe, dass sie zur WM wieder fit ist."

Bei den letzten beiden Geräten, Balken und Boden, ging es ja dann nochmal um alles. Wie ging es Ihnen dabei?
"Balken ist nicht mein stärkstes Gerät, da wollte ich einfach nur durchturnen. Es waren immer noch einige Unsicherheiten drin, aber es lief besser als in der Quali. Am Boden wollte ich mich meiner Sache nicht zu sicher fühlen und habe nochmal richtig gekämpft und versucht, meine Sache gut zu machen.  Nach dem Boden musste ich dann einfach abwarten. Aber die Medaille war mir zu dem Zeitpunkt ja schon sicher. Das allein hat mich schon umgehauen!"

Claudia Schunk, Trainerin von Elisabeth Seitz

"Heute Morgen noch hatte Elisabeth sich den Finger ausgekugelt beim Training und wir waren noch völlig in Sorge, ob sie turnen kann und jetzt ist sie Vizeweltmeisterin! Sie ist eine Kämpferin, sie hat den Finger getaped und wollte unbedingt starten. Sie sagte: Ich mache es entweder ganz oder gar nicht und ich turne auch den Def, um ganz vorne mitzuturnen. Und diese Rechnung ging auf. Zwar lief der Wettkampf nicht ganz rund, so war die Reihenfolge am Boden falsch und das lange Warten war sehr anstrengend, aber jetzt sind wir überglücklich. Für uns war nach dem Balken klar, dass Elisabeth in den Medaillenrängen ist, da Boden bei ihr ein sicheres Gerät ist. Es tut uns nur sehr Leid um Turnkollegin Aliya Mustafina. Elisabeth und Aliya sind befreundet und so eine Verletzung wünscht man wirklich keinem. Ich ziehe nur wieder die Lehre daraus, dass wir niemals 11/2 Schrauben turnen werden. Vorwärtslandungen beim Sprung ist nicht so mein Ding.
Jetzt werden wir uns aber ganz auf morgen konzentrieren, immer ein Schritt nach dem anderen. Wir freuen uns über das schöne Mehrkampfergebnis und jetzt werden wir uns auf die Gerätefinals spezialisieren."

Ulla Koch (GER) Cheftrainerin Frauen

"Die Stimmung bei uns im Team und mit den Physios ist klasse. Der Balken war zwar nicht so toll, aber die anderen Geräte liefen richtig gut. Es war ein gigantischer Wettkampf und ich bin einfach nur sprachlos. Elisabeth hat großartige Leistungen abgerufen und das Publikum hat sie toll unterstützt. Sie war hochmotiviert; nach ihrer Verletzung beim Training sagte sie: Ich will turnen! Da haben die Physios sie super verarztet, herzlichen Dank!"

Julie Croket (BEL)

"Die Halle und die Geräte in der Halle sind wirklich klasse. Das deutsche Publikum ist toll, total dynamisch und unterstützt nicht nur die eigenen Turner. Ich mag das deutsche Publikum. Mein Wettkampf war ich erst mal zufrieden, Boden und Sprung liefen gut. Am Balken hatte ich leider einen Sturz und am Barren fehlte mir irgendwie der nötige Elan. Aber ich freue mich schon auf die Gerätfinals, wenn ich wieder auf dem Podium turnen darf."

Danusia Francis (GBR)

"Ich bin zufrieden, vor allem mit meiner Leistung am Barren. Es war ein toller Wettkampf."

Philipp Boy (GER)

Philipp, erst einmal herzlichen Glückwunsch zum Sieg. Wie fühlen Sie sich?
Danke, ich kann es noch immer nicht fassen. Das war nach der WM in Rotterdam mein größtes Ziel, hier zu gewinnen. Aber weil es in der Heimat war, war es noch größer für mich. Die Stimmung war unglaublich und ich will gar nicht wissen wie es nachher im Champions Club abgeht.

Haben Sie nach den Unsicherheiten am Barren und am Reck noch damit gerechnet, dass der Titel greifbar ist?
Der Wettkampf war eine Achterbahn der Gefühle für mich. Ich bin an den ersten Geräten gut eingestiegen, besonders Ringe und Sprung liefen gut, dann habe ich bei dem Patzer am Barren schnell gemerkt, dass das ein Abzug gibt und musste darauf warten, was die Kampfrichter daraus machen. Dann kam noch der Fehler am Reck, danach habe ich die Übung zum Glück gut zu Ende bringen konnte. Am Boden habe ich mir gedacht: jetzt alles oder nichts. Ich hatte gestern eine gute Übung gezeigt und das konnte ich heute wiederholen.

Nun ist schon eine Medaille gesichert, wie sehen Sie Ihre Chancen für die noch anstehenden Gerätfinals?
Das ganze harte Training hat sich auf jeden Fall schon mal dafür gelohnt. Es war ein Kampf und es ist Wahnsinn vor heimischem Publikum so belohnt zu werden. Ich freue mich besonders auf das Reck-Finale am Sonntag, wo ich natürlich nochmal etwas draufpacken werde. Da möchte ich eine neue Übung zeigen und volles Risiko gehen, um mich insbesondere gegen Maxim Devyatovskiy und Epke Zonderland durchsetzen zu können. Es kommt noch auf die Startreihenfolge an, wir werden mal sehen, ob ich auf Sicherheit turnen kann oder alles auf eine Karte setze.

Flavius Koczi (Rumänien)

Wie fühlen Sie sich als Silbermedaillengewinner dieser EM?
Ich bin mit dem Willen gekommen, die Goldmedaille zu gewinnen. Deswegen bin ich schon enttäuscht. Aber ich weiß, dass es insgesamt doch ein tolles Ergebnis ist. Philipp Boy ist einfach ein super Sportler.

Wie hat dir die Stimmung gefallen? Hat dich das Publikum gut unterstützt?
Das Publikum war super. Schon in Stuttgart zur WM habe ich gemerkt, dass die deutschen Zuschauer mich total unterstützen und sehr fair sind.

Cyril Tommasone (Frankreich)

Wie gefiel es Ihnen vor deutschem Publikum zu turnen?
Ich weiß noch von der WM in Stuttgart, dass die Deutschen ihre Sportler laut und kräftig unterstützen. Da muss man eben sehr ruhig und sich ganz auf sich selbst konzentrieren. Aber Deutschland ist schon ein tolles Publikum. Aber ich finde die Halle toll, die kenne ich auch schon von früher.

Wie fühlen Sie sich?
Ich bin müde und mir tun die Arme sehr weh. Da ich morgen nochmal im Finale turne, werde ich gleich nur noch nach Hause gehen, massiert werden und dann ab ins Bett. Leider kann ich den Frauen bei ihrem Mehrkampf dann nicht mehr zuschauen.

Wie lief der Wettkampf für dich?
Ich hatte keine großen Erwartungen. Ich hab einige kleine Fehler gemacht, aber vom Boden bin ich enttäuscht. Da hatte ich gleich zwei Stürze und es war leider das letzte Gerät, also habe ich eher einen schlechten Eindruck hinterlassen. Aber jetzt denke ich an morgen, das wird nicht einfach werden. Da habe ich harte Konkurrenz.

Marcel Nguyen (Turn-Team Deutschland, GER)

Ich bin erst mal zufrieden, wie es gelaufen ist. Alle haben Fehler gemacht und diese Fehler werden bestraft, das ist im Turnen nun mal so. Morgen habe ich erst mal frei.

Valeri Belenki (Trainer von Marcel Nguyen)

Ich bin sehr zufrieden mit beiden Jungs. Leider hatte Marcel den Sturz am Reck, da hatte er sich zu früh ausgehängt, er war zu nah am Gerät. Aber beide haben gut geturnt und das ist schon mal sehr wichtig im Hinblick auf die WM im Herbst. Gerade am Barren hat Marcel gut geturnt, das ist sein starkes Gerät. Den Abgang dort können auch nur ganz wenige Athleten auf der Welt. Daher hoffen wir im Gerätefinale dort auf eine Medaille.

Ioan Suciu (Cheftrainer Rumänien Männer)

Eigentlich sind wir zufrieden. Koczi hat noch nie eine Medaille im Mehrkampf gewonnen. Von daher, freuen wir uns auch über Silber. Aber es ist doch schade, wenn man den gesamten Wettkampf auf dem ersten Rang liegt und dann so kurz vor dem Schluss noch überholt wird, und dann auch noch nur mit fünf hundertstel Vorsprung. Die rumänischen Männer sind leider nur in zwei weiteren Gerätefinals, in dieser Hinsicht fehlt uns einfach Dragulescu.

Daniel Purvis (GBR)

It is definitely a great thing to win a medal on Europeen championships.

Rainer Brechtken (DTB-Präsident)

Ende gut – alles gut. Man wusste, dass es ein harter Wettkampf wird, aber es ist ein verdienter Lohn für Philipp, wo natürlich auch immer ein Quäntchen Glück dazukommt.

Wolfgang Willam, Sportdirektor des Deutschen Turner-Bundes

Wir sind natürlich überglücklich, dass der heimliche Favorit – Philipp Boy – gewonnen hat. Er hat schon gestern einen starken Vorkampf gezeigt und wir haben fest daran geglaubt, dass er heute gewinnt. Der Beginn am Pauschenpferd war natürlich ein kleiner Dämpfer, da wurde ihm der Abgang nicht anerkannt, weil es nicht flüssig genug war. Aber wir haben nie daran gezweifelt, dass er sich wieder nach vorne kämpft.

Qualifikation Männer | 07.04.2011

Interviews nach dem dritten Qualifikationsdurchgang

Marcel Nguyen (GER)

Sie gehen als zweiter aus der Mehrkampfqualifikation. Wie haben Sie ihren Wettkampf empfunden?
"Es war für mich kein leichter Wettkampf, gerade da es der erste große nach meiner Verletzung war. Am Boden und Sprung merke ich mein Bein doch noch manchmal, da habe ich noch nicht zu alter Form vor der Verletzung zurückgefunden. Ich bin aber echt gut durch den Wettkampf gekommen und konnte auch die Probleme vom Podiumstraining ausbügeln. Eigentlich habe ich alles, was ich mir vorgenommen hatte, an allen Geräten erfüllt." 

Am Reck hatten Sie ein paar Unsicherheiten, da dachte man manchmal, Sie fliegen weg.

"Ja, das Gefühl hatte ich auch. Aber ich wusste, dass ich im Barrenfinale bin und das Mehrkampf-Finale war eigentlich auch sicher. Ich konnte also nicht viel verlieren und deshalb bin ich am Reck auf Risiko gegangen. Dadurch waren einige Sachen etwas unsauber, aber ich bin froh, durchgekommen zu sein."

Wo sehen Sie für das Finale Ihre größten Chancen?
"Das ist schwer zu sagen. Ich würde mich über jede Medaille freuen. Die größten Hoffnungen habe ich natürlich am Barren. Darauf habe ich mich heute auch am meisten konzentriert. Ich bin froh, dass der Tsukahara-Abgang geklappt hat, da habe ich auch alles auf eine Karte gesetzt. Hoffen wir, dass es beim Finale nochmal so klappt."

Philipp Boy (GER)

Philipp, Sie haben nach Ihrer Barrenübung das Handtuch weggeworfen, was war da los?
"Ich habe mich schon in der Übung unwohl gefühlt, war vom Einturnen irgendwie noch kaputt. Als ich dann beim Abgang noch die zwei großen Schritte gemacht habe, war ich sauer. Ich wollte ins Barrenfinale und das hat mich dann schon den Platz gekostet. Jetzt bin ich dafür beim Boden drin, aber da rechne ich mir nicht so große Chancen aus, wie ich sie am Barren gehabt hätte."

Vor der EM haben sie die Favoritenrolle immer zurückgewiesen, jetzt sind sie erster im Mehrkampf und am Reck und zusätzlich im Bodenfinale. Nehmen sie die Favoritenrolle jetzt an?
"Nein! Ich hatte heute einen riesen Spaß, hier zu turnen und hoffe, den habe ich morgen wieder. Bei mir lief alles ganz gut, aber gerade die, die heute Probleme hatten, werden morgen mit noch viel mehr Biss in den Wettkampf gehen. Gerade am Reck muss man natürlich mit dem Holländer Epke Zonderland rechnen. Wenn man sieht, was er in der Trainingshalle hinlegt, weiß man, dass mit ihm zu rechnen ist. Außerdem wird es morgen natürlich schwer, nach nur 18 Stunden Pause schon den nächsten Mehrkampf zu turnen. Ich denke daher, dass es morgen vor allem eine Kopfsache wird."

Was bedeutet es für Sie, hier vor heimischer Kulisse mit dem Adler auf der Brust aufzulaufen?
"Beim Turnen ist es so, dass man nicht einfach als Teil der Nationalmannschaft gesetzt ist. Vor jedem großen Wettkampf muss sich jeder von uns der Qualifikation stellen, um ins Team zu kommen. Da ist es natürlich jedes Mal eine ganz besondere Ehre, mitturnen zu dürfen. Marcel und ich sind jetzt seit 2006 bei fast allen großen Turnieren dabei gewesen und das macht uns natürlich auch Spaß, uns ein bisschen aus dem Schatten zu turnen. Außerdem ist es natürlich ein beflügelndes Gefühl, hier in Berlin an der EM teilzunehmen. Das bietet auch eine Plattform, um den Turnsport in Deutschland bekannt zu machen. Es ist und bleibt einfach immer was Besonderes, für Deutschland an den Start zu gehen, wir sind ein geiles Team und ich freue mich auf morgen."

Interviews nach dem zweiten Qualifikationsdurchgang

Claudio Capelli (SUI)

"Es ist eigentlich sehr gut gelaufen, ich habe einen soliden Wettkampf geturnt. Ich denke, dass es für das Mehrkampffinale reichen sollte. Da sollte ich dann eine genauso gute Leistung bringen wie heute und vielleicht noch ein bisschen zulegen. Den Sprung kann ich eigentlich besser, als ich ihn heute gezeigt habe und auch am Barren ist noch bisschen Platz nach oben."

Maxim Deviatovski (Russischer Meister im Mehrkampf)

Sind Sie zufrieden mit Ihrer Qualifikation?
"Die Atmosphäre in der Halle war sehr gut, dafür dass die Halle noch nicht ganz voll war. Aber morgen wird sicher jeder Platz besetzt sein und darauf freue ich mich. Es ist wunderbar gelaufen, ich bin sehr zufrieden mit meinem Wettkampf."
 
Werden Sie im Finale noch neue Elemente zeigen?
"Ich habe alle Übungen so gezeigt, wie ich sie auch im Finale turnen werde - vielleicht mit ein paar kleinen Änderungen."
 
Wie sehen Sie Ihre Chancen für das Finale?
"Wenn man sich das Tableau anschaut, kann man seine Leistungen schon ein bisschen einordnen. Aber heute Abend turnen unter anderem noch Boy und Ngyuen, mal sehen, wie sie drauf sind. Ich bin aber sehr zufrieden mit meinem Wettkampf und bin optimistisch."

Interviews nach dem ersten Qualifikationsdurchgang

Thomas Taranu (GER)

Sie haben sich in der vergangenen Woche eine Verletzung am Knie zugezogen. Wie geht es Ihnen?
"Es geht mir gut, die Schmerzen sind nicht sehr groß. Am Mittwoch habe ich eine Kernspintomographie in Berlin, da wird geguckt, was kaputt ist. Laufen geht aber, Springen kann ich auch. Ich habe echt nochmal Glück gehabt, dass ich turnen kann."

Sie hatten aufgrund der Verletzung eine sehr kurze Vorbereitung und haben deshalb nur an den Ringen geturnt. War das die richtige Entscheidung?
"Ich hätte gerne die anderen Geräte geturnt, aber die EM liegt leider zu früh. Ich hatte zwar Glück, dass es nichts Schlimmeres ist, aber ich hätte gerne am Sprung geturnt. Da ist es immer 50/50. Wenn man beide Sprünge steht, hat man gute Chancen, dabei zu sein. Aber auch an dem einen Gerät habe ich alles gegeben, da war ich dann natürlich besonders heiß."

Ihre Übung hatte einen hohen Ausgangswert. Es war Ihnen anzusehen, dass Sie zufrieden waren. Wie sehen Sie es jetzt, nachdem alle geturnt haben und Sie am Gerät führen?
"Momentan liege ich auf dem ersten Platz, die Starken kommen aber noch. Ich muss also bangen. Wenn es nicht reicht, lag es am Abgang, den hätte ich stehen müssen. Dann wäre ich mir jetzt sicherer, dass ich im Finale dabei bin."

Falls Sie das Finale erreichen, können Sie dann noch einen draufsetzen?
"Ich werde mit dem Ausgangswert nicht höher gehen, also keinen draufsetzen. Ich würde die Übung noch einmal genauso probieren, meinen Stiefel durchturnen und einfach Spaß haben. Jetzt gilt es aber erst einmal zu hoffen."

Robert Weber (GER) 

Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem Wettkampf?
"Die Ringe waren ok und auch am Pauschenpferd lief es ganz gut. Aber in Europa gibt es da einfach so viele Spezialisten, dass ich mir keine allzu großen Hoffnungen mache. Mein Ausgangswert liegt an den Ringen bei 6,4, die anderen liegen da deutlich drüber. Ich habe mich eben schon auf das Reck fokussiert und es ist einfach ärgerlich, wenn das dann im entscheidenden Moment nicht klappt."

Woran hat das gelegen, dass sie abgestürzt sind?
"Ich habe mich nach dem ersten Flugteil wohl ein bisschen zu sicher gefühlt und bin dann beim Kovacs zu nah ans Gerät gekommen, habe mich danach vergriffen und so ist das passiert. Das ärgert mich selbst, weil das im Training eben immer geklappt hat. Aber es war mein erster internationaler Wettkampf nach zwei Jahren. Da ist es nicht so einfach, gleich auf den Punkt zu turnen. Trotzdem hatte ich mir natürlich mehr vorgenommen."

Sebastian Krimmer (GER)

Sie sind momentan der Führende am Pauschenpferd. Wie bewerten sie ihren Auftritt an dem Gerät und ihre Chancen fürs Finale?
"Das Pauschenpferd ist schon immer mein Lieblingsgerät. Ich bin einfach der größte Fan von diesem Gerät und ich denke, ich habe mir mit meiner Vorstellung dort eine gute Ausgangsposition erarbeitet. 14,70 Punkte sind zwar nicht mein Traumergebnis, aber für das erste Gerät, wo die Aufregung dann doch recht groß ist, war das schon ok. Es haben heute Morgen schon viele gute Pferdturner ihre Übung gezeigt, aber heute Mittag kommen natürlich noch einige. Wenn es so weiter läuft, reicht es vielleicht für das Finale, aber sicher sagen kann man das natürlich nicht."

Am Barren haben Sie noch einmal aufgestockt. Sind Sie zufrieden mit ihrer Vorstellung?
"Ja, es war ok. Ich habe nochmal ein neues Element, den Belenki eingebaut. Das war ein zusätzliches D-Teil, extra für die EM. Ich bin echt froh, dass ich den hinbekommen habe und keine Haltungsfehler hatte."

Am Sprungtisch sind Sie ja für Taranu eingesprungen und haben einen ganz guten Sprung gezeigt. Warum haben Sie da nicht noch einen zweiten präsentiert?
"Naja, ich bin ja nicht so das Sprung-Talent. Mein Yurchenko ist zwar mittlerweile ganz gut, aber ich habe noch keinen zweiten Sprung, den ich präsentieren könnte. Dafür hatte ich einfach noch nicht genug Zeit."

Wie empfinden Sie die Stimmung hier in Berlin?
"Die Stimmung hier ist einfach hammergeil. Wenn man aufgerufen wird und es wird einem so zugejubelt, dann ist das einfach ein geiles Gefühl. Für zehn Uhr war auch schon sehr viel los. Das hat alle angespornt. Klar ist der Druck im eigenen Land nochmal höher, aber die Freude vor so einem Publikum zu turnen überwiegt für mich. Meine Familie ist auch da und schaut zu, da will man natürlich zeigen, was man kann."

Sie haben ihren Wettkampf für heute beendet. Wie verbringen Sie den restlichen Tag?
"Ich werde jetzt erst mal gemütlich was essen. Dann werde ich die Wettkämpfe verfolgen und schauen, wer oben bleibt und wer fällt! Heute Abend werde ich dann natürlich Philipp und Marcel anfeuern."

Brian Gladow (GER)

Wie sehen Sie Ihre Qualifikation?
"Sehr ernüchternd. Die Stimmung war gut, die Fans habe ich gehört, aber ich habe Fehler gemacht. Es ist nicht so, dass ich mehr Druck verspürt habe vor heimischem Publikum."
 
Sie haben erst beim 4. Gerät, am Barren, ins Geschehen eingegriffen. Das war mit 14.750 Punkten doch eigentlich ein guter Einstand, oder?
"Ja, ich bin zufrieden. Im Moment bin ich allerdings Sechster, Philip und Marcel werden wohl an mir vorbeiziehen – so wie andere auch. Mit dem Barrenfinale wird es also nichts."
 
Am Reck haben Sie dann hinter Robert Weber geturnt. Leider mussten Sie auch absteigen. Wo lag der Fehler? 
"Es ist ärgerlich. Reck war meine einzige Chance, das war mir von Anfang an klar. Es ist reine Rhythmussache. Den Fehler, weshalb ich in Dessau vorbeigeflogen bin, habe ich nicht gemacht. Da haben wir im Vorfeld viel analysiert. Umso ärgerlicher ist es, dass ich bei Kolman zu dicht am Holm war und abgeflogen bin."

Qualifikation Frauen | 06.04.2011

Interview mit Elisabeth Seitz nach der Qualifikation

Elisabeth, wie ist die Qualifikation aus Ihrer Sicht gelaufen?
"Prinzipiell lief es für mich ganz gut. Momentan sieht es so aus, als wäre ich für zwei Gerätefinals qualifiziert und auch im Mehrkampf sieht es ganz gut aus. Ich hatte keine Stürze, dafür aber viele kleine Wackler, die will ich im Finale natürlich vermeiden."

An Ihrem Spezialgerät Barren liegen Sie momentan auf Platz drei. Wie zufrieden sind Sie damit?
"Der dritte Platz ist momentan durchaus okay. Ich hoffe, dass es für das Finale reicht, sehe da aber ganz gute Chancen. Ich hatte einige kleine Fehler in der Übung, zum Beispiel habe ich beim Jägersalto etwas zu spät gebückt und bin deshalb mit dem Fuß an der unteren Stange hängengeblieben. Es wurden aber alle Elemente gezählt, sodass mein Ausgangswert wie geplant bei 6.6 lag."

Ihr schwierigstes Flugelement ist der Def, ein Salto rückwärts gebückt mit anderthalb Schrauben. Er hat diesmal ohne Probleme geklappt. Waren Sie aufgeregt davor?
"Klar, ein bisschen Aufregung ist da immer dabei. Aber die ist ja auch nicht unbegründet. Schließlich ist das ein G-Teil, also der höchste Schwierigkeitsgrad. Es hat schon einen Grund, warum nur drei Turnerinnen auf der Welt dieses Teil zeigen."

Sie haben diesmal eine Riesenfelge vor dem Def geturnt. Wieso?
"Naja, bei der WM 2010 in Rotterdam hat der Def ja leider nicht geklappt. Das war ärgerlich, aber natürlich auch eine Erfahrung. Kurz danach habe ich die Übung umgestellt und turne den Def jetzt nicht mehr gleich, sondern baue noch eine Riesenfelge dazwischen, die klappt ja immer. Dadurch wird der Def auch sicherer und ich fühle mich wohler damit. Nach der EM will ich dann noch dran arbeiten, ihn mit geschlossenen Beinen zu turnen."

Wie bewerten Sie Ihre Leistung an den anderen Geräten?
"Ich wollte mein Programm gut durchturnen und das ist auch gelungen. Der Sprung lief echt gut. Besonders, da ich meinen zweiten Sprung erst vor wenigen Wochen angefangen habe zu trainieren. Ich habe den neuen Sprung riskiert und es scheint sich ja gelohnt zu haben. Beim Balken hatte ich keinen Sturz, aber viele Wackler und wenige Verbindungen. Wenige Wackler und viele Verbindungen wäre natürlich besser gewesen! Am Boden würde ich sagen, dass ich meine Übung gut präsentiert habe."

Wie empfinden Sie die Atmosphäre hier in Berlin?
"Es macht mir sehr viel Spaß, meine erste Heim-EM zu turnen. Das Publikum geht super mit und unterstützt uns Turner damit natürlich enorm."

Ulla Koch (GER) DTB-Cheftrainerin

Wie schätzen Sie die Leistungen von Kim Bui und Nadine Jarosch ein?
"Heute Vormittag hat mir Kim sehr gut gefallen. Sie hat ihre Aufgabe toll gelöst und hat sich daher auch die Chance auf das Finale verdient. Nadine liegt noch gut im Rennen. Es ist ihr erster großer Wettkampf und ich bin sehr zufrieden mit ihr. Besonders an Boden und Sprung hat sie eine gute Leistung gezeigt. Balken ist immer das Zittergerät. Dass da beim ersten großen Turnier nicht alles klappt, ist nicht ungewöhnlich. Ich würde ihr es wünschen, dass sie die Chance bekommt, sich im Mehrkampf nochmal zu präsentieren."

Enrico Castella (ITA) Trainer von Vanessa Ferrari

Sind Sie zufrieden mit der Qualifikation von Vanessa Ferrari?
"Nicht wirklich. Die Landungen am Boden waren wackelig und sie ist aus der Fläche getreten. Da ist aber noch was drin. Am Schwebebalken sind wir gerade auf der Suche nach Fehlern, wir sind etwas verwirrt über die niedrige Bewertung."

Also ist irgendetwas nicht anerkannt worden?
"
Vanessa hat einen Ausgangswert von 6.0 geturnt, in der Bewertung wurden ihr von diesem jedoch sechs Zehntel abgezogen. Wir verstehen nicht, wo der Fehler gelegen oder welches Element gefehlt haben soll. Wir hoffen also noch, dass sich diese Irritation auflöst. Da heute nicht alles glatt gelaufen ist, ist für das Mehrkampffinale noch Luft nach oben, wir sind optimistisch."